Reaktion auf die Bluttat von Stade: Prävention stärken
Reaktion der Landeshauptstadt auf die Bluttat von Stade: Mehr Schutz für die Fachkräfte in der Jugendhilfe ist wichtig und richtig, aber nur die eine Seite der Medaille
SPD mahnt an, dass auch die Prävention im Blick behalten werden muss. Alle reden davon, dass die Lunte kürzer geworden ist. Das hat Ursachen, die ebenso in den Blick genommen werden müssen. Diese Perspektive fehlt bei den angekündigten Schutzmaßnahmen.
Die SPD-Ratsfraktion Hannover unterstützt die Bemühungen des Jugendamtes, die Mitarbeitenden in der Jugendhilfe bei ihrer Arbeit besser zu schützen. Allerdings muss in dieser Debatte auch berücksichtigt werden, wo die Ursachen für die schwierigeren Arbeitsbedingungen der Fach- und Einsatzkräfte diverser mit Menschen arbeitenden Branchen liegen. Investitionen in Beziehungsarbeit mit jungen Menschen ist Prävention, die jetzt mitgedacht werden muss.
"Junge Menschen brauchen Aufmerksamkeit und Zuspruch, um gestärkt und resilient in ihr Leben zu starten. Wir müssen darauf achten, dass wieder mehr Kinder und Jugendliche erreicht werden. Jugendverbände und die Angebote der offenen Kinder- und Jugendarbeit bieten den jungen Menschen die Chance auf Selbstwirksamkeit, die ihnen das Werkzeug für ihr ganzes Leben mitgibt.", erklärt Lea Sankowske, die jugendpolitische Sprecherin der SPD-Ratsfraktion. „Die Analyse, dass die klassische Jugendarbeit die jungen Menschen nicht mehr erreichen würde, lehnen wir klar ab. Vielmehr muss dafür gesorgt werden, dass es für alle ein passendes Angebot in einladender Atmosphäre gibt. Dafür braucht es ein vielfältiges dezentrales Angebot mit guter personeller Ausstattung. Parallel müssen andere Faktoren wie der frühe Missbrauch von Vapes, Mediensucht und auch fehlende Aufmerksamkeit einiger Eltern fokussiert werden. Schon in Krippe und Kindergarten muss die Prävention in den Blick genommen werden. Die Fachkräfte müssen die Ressourcen dafür bekommen, allen Kindern genug persönliche Stärke geben zu können, damit die Erwachsenen von morgen die Fähigkeit für Zusammenhalt und die Resilienz haben.“
Die schul- und bildungspolitische Sprecherin der SPD-Ratsfraktion, Joana Kleindienst, ergänzt: „Die Ausstattung unserer Schulen, der Horte und dem Ganztag muss sich ebenso darauf einstellen, dass wir jungen Menschen nicht nur formelle, sondern auch non-formale und informelle Bildungsinhalte für ihre Stärkung zugutekommen lassen. Multiprofessionelle Teams starten an vielen unserer Schulen und ermöglichen es, die Schülerinnen und Schüler besser zu begleiten und individuelle Bedürfnisse besser aufgreifen zu können. Dieses Konzept muss so schnell wie möglich auf alle Schulen ausgeweitet werden.“
Die SPD-Ratsfraktion verweist auf die Beschlüsse der Haushaltsberatungen 2025/2026, die diese Schritte möglich gemacht haben.
"Diesen Weg werden wird weiter beschreiten und das Konzept an Hannovers Schulen weiter ausbauen lassen." so die Fraktionsvorsitzenden Kerstin Klebe-Politze und Dr. Bala S. Ramani. „Fachkräfte übernehmen Verantwortung für unsere Gesellschaft und leisten einen unschätzbaren Beitrag für den Zusammenhalt in Hannover“, betonen die Fraktionsvorsitzenden Kerstin Klebe-Politze und Dr. Bala S. Ramani.