Die SPD-Fraktion im Rat der Landeshauptstadt Hannover bringt zwei Änderungsanträge zum Kleingartenentwicklungskonzept ein und setzt damit klare inhaltliche Akzente für die Zukunft der Kleingärten in Hannover. Im Mittelpunkt stehen die Schließung der bestehenden Versorgungslücke bei Kleingartenparzellen sowie ein verbindlicher „Hannover-Standard“ für Ersatzgärten.

„Wir wollen, dass das Kleingartenentwicklungskonzept seinem Namen gerecht wird. Entwicklung bedeutet für uns nicht nur Bestandssicherung, sondern auch konkrete Perspektiven für zusätzliche Kleingärten, klare Standards bei Ersatzflächen und Berücksichtigung sozialer Faktoren für die betroffenen Kleingärtner“, erklärt Anja Schollmeyer, umweltpolitische Sprecherin der SPD-Ratsfraktion.  

So fordert die SPD-Fraktion ein konkretes Teilkonzept zum Abbau der bestehenden Unterdeckung von ca. 800 Kleingartenparzellen. Die Verwaltung wird aufgefordert aufzuzeigen, welche Flächen geeignet sind, wann neue Parzellen entstehen können und welche finanziellen sowie organisatorischen Voraussetzungen dafür notwendig sind. 

Weiter soll ein „Hannover-Standard“ für Ersatzgärten etabliert werden. Falls eine Inanspruchnahme von Kleingartenflächen unausweichlich ist, sollen diese erst dann in Anspruch genommen werden dürfen, wenn ortsnahe und gleichwertige Ersatzflächen vollständig hergestellt und nutzbar sind, inklusive Wasser- und Stromversorgung, Wegeinfrastruktur, Einfriedung und Grundausstattung. Zugleich soll ein Unterstützungsmodell für räumungsbetroffene mit geringem Einkommen entwickelt werden. Wer die laufenden Kosten eines Kleingartens tragen kann, aber nicht über die Mittel für eine hohe Anfangsinvestition in eine neue Laube verfügt, soll nicht vom Ersatzgarten ausgeschlossen werden.

„Kleingärten sind Orte der Erholung, des sozialen Zusammenhalts, der Integration und der ökologischen Vielfalt. Sie dürfen keine Frage des Geldbeutels werden“, betont Anja Schollmeyer.

Die SPD-Fraktion macht damit deutlich: Während andere Fraktionen das Kleingartenentwicklungskonzept lediglich begleiten oder kommentieren, ist die SPD die einzige Fraktion, die das Konzept substanziell inhaltlich weiterentwickelt. Abschließend erklärt Frau Schollmeyer für die Fraktion: „Unser Anspruch ist klar: In enger Abstimmung mit dem Bezirksverband wollen wir ein Konzept, das nicht nur verwaltet, was ist, sondern ermöglicht, was gebraucht wird. Mehr Parzellen, bessere Standards und faire Lösungen für Betroffene“.